tls.cipher.no_pfs

Kein Perfect Forward Secrecy

Was wir prüfen

Wir prüfen, ob die ausgehandelte Chiffre Forward Secrecy bietet (auch Perfect Forward Secrecy, PFS). Forward Secrecy bedeutet, dass jede Sitzung einen einzigartigen kurzlebigen Schlüssel verwendet, sodass die Kompromittierung des langfristigen privaten Schlüssels vergangene Sitzungen nicht nachträglich entschlüsselbar macht. Chiffren mit ECDHE- oder DHE-Schlüsselaustausch bieten Forward Secrecy; reiner RSA-Schlüsselaustausch nicht.

Was dieses Ergebnis bedeutet

Der Server hat eine Chiffre ohne Forward Secrecy ausgehandelt — typischerweise einen reinen RSA-Schlüsselaustausch (z. B. TLS_RSA_WITH_AES_256_CBC_SHA). Wird der private Schlüssel des Servers jemals kompromittiert (gestohlen, geleakt oder per Gerichtsbeschluss erzwungen), kann ein Angreifer, der vergangene verschlüsselte Sitzungen aufgezeichnet hat, sie alle entschlüsseln.

Warum das wichtig ist

So behebst du das

  1. Bevorzuge ECDHE-Chiffren. Für Postfix:

    # /etc/postfix/main.cf
    smtpd_tls_ciphers = medium
    tls_medium_cipherlist = ECDHE+AESGCM:DHE+AESGCM:ECDHE+AES:DHE+AES:!aNULL:!eNULL:!EXPORT:!DES:!RC4:!3DES
    
  2. Aktiviere TLS 1.3 — es erzwingt Forward Secrecy by Design. Keine TLS-1.3-Chiffre verwendet reinen RSA-Schlüsselaustausch.

  3. Prüfe:

    openssl s_client -starttls smtp -connect mail.example.com:25 \
        -servername mail.example.com 2>/dev/null | grep -E "Cipher|Protocol"
    # Achte auf ECDHE oder DHE im Chiffre-Namen
    

So fließt es in die Bewertung ein

Fehlendes Forward Secrecy kostet 15 Punkte in der TLS-Kategorie. Das vollständige Scoring-Modell steht in der Bewertungsmethodik.

Evidenzbeispiel

Ausgehandelte Chiffre: TLS_RSA_WITH_AES_256_CBC_SHA256
Schlüsselaustausch: RSA (kein Forward Secrecy)

Referenzen