rspamd 4.1.2 behebt Remote-DoS im MIME-Parser
Tief verschachtelte message/rfc822-Nachrichten konnten den Scanner lahmlegen — 4.1.2 begrenzt die Rekursionstiefe. Dazu kommen Korrekturen an der DMARC- und SPF-Adressauswertung und eine Verhaltensänderung bei Glob-Maps.
Das rspamd-Projekt hat Version 4.1.2 veröffentlicht. Zwei der Korrekturen sind als sicherheitsrelevant markiert: Der MIME-Parser begrenzt jetzt die Rekursionstiefe für verschachtelte message/rfc822-Teile — bisher konnte eine ausreichend tief verschachtelte Nachricht einen Remote-DoS auslösen. Außerdem übergibt die Secretbox-Ver- und Entschlüsselung die Nonce jetzt korrekt gepolstert; zu kurze Nonces führten zuvor zu einem Out-of-Bounds-Read.
Betroffen sind alle rspamd-Installationen — auch dort, wo rspamd als Bestandteil eines Stacks wie mailcow läuft. Die DoS-Lücke wiegt dabei am schwersten, weil der MIME-Parser jede eingehende Nachricht verarbeitet: Ein Angreifer muss lediglich eine präparierte E-Mail zustellen, ohne Authentifizierung und ohne besondere Position im Netz.
Daneben korrigiert das Release die Auswertung der Absenderidentität: Die Aliases-Regel schreibt From-Domains nicht mehr um (auch googlemail.com wird nicht mehr zu gmail.com normalisiert), und DMARC, SPF und forged_recipients bewerten Adressen jetzt so, wie sie in der Nachricht stehen — nicht mehr nach dem Alias-Rewriting. Einzelne Symbol-Ergebnisse und Scores können sich dadurch verschieben.
Eine Verhaltensänderung kann bestehende Konfigurationen treffen: Glob-Patterns in Maps matchen jetzt verankert über den gesamten zu prüfenden Wert. Einträge, die sich bisher auf Substring-Matching verlassen haben, brauchen ab 4.1.2 explizite Wildcards.
Wer rspamd betreibt, sollte zeitnah auf 4.1.2 aktualisieren, danach Map-Einträge mit Glob-Patterns durchsehen und in den ersten Tagen die Scores im Blick behalten, falls die geänderte Adressauswertung einzelne Regeln anders gewichtet.